INDIVIDUELLE MEDIZINISCHE VORSORGEUNTERSUCHUNGEN

Bioimpedanzanalyse (BIA)

Die Bioimpedanzanalyse ist eine wissenschaftlich fundierte und anerkannte Mess-Methode, bei der schwacher nicht spürbarer Strom durch den Körper geleitet wird. Man macht sich dabei die Erkenntnis zu Nutze, das Strom leichter durch die Muskulatur als durch Fett fließt.

Die dabei ermittelte Messung des Fließwiderstandes (Bio-elektrische Impedanz) macht eine Aussage über den Körperwasseranteil, der Anhand von in klinischen Studien gewonnenen Referenzwerten und nach der sogenannten Brozek-Formel in den Anteil des Körperfettes und der Muskelmasse umgemessen werden kann.

Messparameter:

1. Fettmasse

Man unterscheidet dabei das Unterhautfettgewebe vom Eingeweidefett (auch Bauchhöhlen oder Viszeralfett). Das Unterhautfettgewebe ist schwerer mobilisierbar, jedoch viel unproblematischer als das Bauchhöhlenfett; ein zu hoher Gehalt des Eingeweidefettes ist ein hoher Risikofaktor für die Entstehung zahlreicher Erkrankungen wie Zuckerkrankheit, hoher Blutdruck, erhöhte Gefahr von Schlaganfall, Herzinfarkt etc.

2. Skelettmuskelmasse

Der Aufbau und die Erhaltung der Muskelmasse spielen eine zentrale Rolle in der Ernährungsmedizin, da sowohl die Fettverbrennung als auch die Körperenergien positiv beeinflusst werden. Der untrainierte Organismus baut ab den 25. -30. Lebensjahr pro Jahr ca. 1% an Muskel- und Knochenmasse ab.

3. Körperwasser

Das Körperwasser findet sich sowohl in der Zelle (Grundbestandteil der Gewebe und Organe) als auch außerhalb der Zelle (im Bindegewebe). Die Erhöhung des Körperwassers gibt Auskunft darüber, ob wir ausreichend trinken, einen Mangel haben oder zu viel im Bindegewebe abgelagert wird (Ödeme).

4. Body-Mass-Index (BMI)

Der Index ist eine Maßzahl für die Ermittlung des Körpergewichtes in Relation zur Körpergröße nach folgender Formel:

 

Der Index ist nicht repräsentativ zur Beurteilung des Körpergewichtes, weil er sowohl durch eine zu hohe Muskelmasse wie auch durch vermehrte Wassereinlagerungen verursacht werden kann statt nur durch Fett.

Beispiel: Ein Bodybuilder mit einen BMI über 30 durch einen sehr hohen Anteil an Muskelmasse.

Menschen mit z.B einer herabgesetzten Pumpleistung des Herzens (Herzinsuffizienz) und vermehrter Einlagerung von Wasser in der Lunge, Bauchhöhle, Unterhautfettgewebe.

5. Taillenumfang (Waist Circumference)

Die exakte Messung erfolgt:

  • Morgens vor dem Frühstück, nach dem WC
  • Unbekleidet
  • Knapp oberhalb des Nabels, an der dicksten Stelle des Körpers
  • Ausgeatmet, aber nicht mit eingezogenem Bauch
  • Aufgerundet auf volle Zentimeter

Er ist ein indirekter, aber relativ verlässlicher Parameter über den Anteil an Eingeweidefett.

Im Rahmen der EPIC Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition), die über einen Zeitraum von 14 Jahren erhoben wurde, hat man die Zusammenhänge zwischen Krebs, Ernährungsverhalten und chronischen Erkrankungen wie Zuckerkrankheit untersucht. Dabei wurde ein erhöhtes Sterberisiko bei großem Taillenumfang festgestellt - auch bei einem geringen BMI. Optimale Resultate waren bei Männern ein Taillenumfang von 90-95 cm bei Frauen 75-80 cm. Eine Steigerung von bereits 5 cm erhöhte das Sterberisiko um 13% bei Frauen und um 17% bei Männern.

Es existieren weitere Messmethoden (z.B.:Lipometer, waist-to-hip-ratio (WHR), Schichtdicke des Unterhautfettgewebes etc., auf die jedoch nicht weiter eingegangen wird.

Aktualisiert am 7.2.2019

Weil Gesundheit keine Glücksache ist.